
Ein gepflegtes Teakdeck ist nicht nur ein Blickfang, sondern auch funktional wichtig für Rutschfestigkeit und Langlebigkeit an Bord. Doch wie pflegt man Teakholz richtig – ohne es zu beschädigen oder unnötig zu altern? In diesem Beitrag erfährst du alles, was du wissen musst, um dein Teakdeck langfristig schön und funktional zu erhalten – egal ob auf der Hallberg-Rassy, Bavaria oder Dehler.
Warum Teak?
Teakholz ist der klassische Werkstoff für Yachtdecks. Das Holz enthält natürliche Öle, die es resistent gegen Wasser, Fäulnis und Insekten machen. Es ist pflegeleicht, rutschfest auch bei Nässe und entwickelt mit der Zeit eine schöne silbergraue Patina, die von vielen Seglern geschätzt wird.
Ein gut gepflegtes Teakdeck hält ein Bootleben lang. Vernachlässigung führt jedoch zu Rissen, Splittern und einer unebenen Oberfläche, die nicht nur unschön aussieht, sondern auch zur Stolperfalle wird. Die Investition in gute Pflege lohnt sich also.
Teakdecks wurden traditionell mit Nägeln befestigt, moderne Decks werden oft geschraubt oder verklebt. Die Pflege unterscheidet sich kaum, aber bei älteren Decks solltest du die Nagelköpfe im Auge behalten – sie können lose werden.
Die Grundpflege
Regelmäßiges Abspülen: Spüle das Deck nach jedem Segeltörn mit frischem Süßwasser ab. Das entfernt Salzreste, die das Holz austrocknen können. Ein Gartenschlauch mit mittlerem Druck reicht völlig aus. Achte darauf, auch die Reling und die Ecken zu erreichen.
Bürsten: Für die regelmäßige Reinigung genügt eine weiche Bürste und klares Wasser. Bei stärkerer Verschmutzung kannst du eine milde Seifenlauge verwenden – aber niemals aggressive Chemikalien oder Hochdruckreiniger! Diese zerstören die obere Holzschicht und beschleunigen die Alterung.
Die beste Bürste für Teak ist eine weiche Naturborstenbürste oder ein weicher Schwamm. Harte Bürsten oder Scheuerschwämme hinterlassen Kratzer, in denen sich Schmutz festsetzt.
Teak reinigen – aber richtig
Für hartnäckige Verschmutzungen gibt es spezielle Teak-Reiniger im Handel. Trage den Reiniger auf, lasse ihn gemäß Anleitung einwirken und bürste ihn ab. Anschließend gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
Ein altbewährter Hausmittel-Tipp: Backpulver oder Natron mit Wasser zu einer Paste verrühren, auftragen, einwirken lassen und abbürsten. Das entfernt leichte Verfärbungen und ist gleichzeitig schonend zum Holz. Bei stärkeren Flecken kannst du die Paste über Nacht einwirken lassen.
Verwende auf keinen Fall chlorhaltige Reiniger, Bleiche oder Salzsäure – diese entziehen dem Holz seine natürlichen Öle und machen es brüchig. AuchEssig sollte nur verdünnt und sparsam verwendet werden.
Für dunkle Flecken (Öl, Fett) hilft Waschpulver-Paste: Einfach das Pulver mit etwas Wasser anmischen, einreiben, einwirken lassen und abbürsten.
Ölen oder nicht ölen?
Die große Frage bei der Teakpflege: Soll man ölen oder nicht? Die Antwort hängt vom gewünschten Look ab:
Natürliche Patina: Wer den silbergrauen, gealterten Look bevorzugt, muss nur regelmäßig abspülen und abbürsten. Das Holz dunkelt nach und wird charakteristisch gräulich – das ist völlig natürlich und sieht auf vielen Yachten edel aus.
Erhalt der honigbraunen Farbe: Wer die ursprüngliche warme Farbe behalten möchte, muss regelmäßig Teaköl auftragen. Das nährt das Holz, schützt es und erhält die Farbe. Allerdings ist geöltes Holz pflegeintensiver und muss öfter nachgeölt werden.
Beides hat Vor- und Nachteile. Geöltes Holz bietet mehr Schutz vor Schmutz und Feuchtigkeit, ist aber pflegeaufwändiger. Natürlich gealtertes Teak ist pflegeleichter, wird aber mit der Zeit rauer. Die Rauheit lässt sich durch gelegentliches Schleifen reduzieren.
Der Öl-Vorgang
Wenn du dich für Ölen entscheidest, gehe folgendermaßen vor:
- Das Deck gründlich reinigen und vollständig trocknen lassen
- Das Öl dünn und gleichmäßig mit einem Pinsel oder Tuch auftragen
- Überschüssiges Öl nach etwa 15 Minuten abwischen
- 24 Stunden trocknen lassen, bevor das Boot wieder genutzt wird
- Den Vorgang bei Bedarf wiederholen – zwei dünne Schichten sind besser als eine dicke
Verwende nur hochwertiges Teaköl, das für den marine Einsatz geeignet ist. Billige Öle können verharschen und das Deck unansehnlich machen.
Jährliche Intensivpflege
Mindestens einmal pro Jahr – am besten im Frühling vor der Saison – solltest du eine Intensivreinigung durchführen:
- Das gesamte Deck mit Teakreiniger behandeln
- Hartnäckige Flecken mit Schleifpapier (Körnung 80-120) entfernen – aber nur局部
- Gründlich abspülen und mindestens 24 Stunden trocknen lassen
- Bei Bedarf ölen oder Versiegelung auftragen
Bei stark abgenutzten Decks kann ein komplettes Abschleifen sinnvoll sein. Das sollte ein Profi übernehmen, da es Fachkenntnis erfordert.
Schutz im Winter
Während der Winterlagerung sollte das Teakdeck geschützt sein. Eine atmungsfähige Persenning verhindert starke Verschmutzung und schützt vor UV-Strahlung. Achte auf gute Belüftung unter der Abdeckung, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Eine Alternative ist, das Deck vor dem Winter komplett zu reinigen und dann unbehandelt zu lassen. Die winterliche Witterung mit Frost und Schnee kann dem Holz nichts anhaben – im Gegenteil, der Frost kann sogar helfen, Verunreinigungen zu lösen.
Typische Probleme und Lösungen
Graue Verfärbung: Natürlich, kann durch Ölen verhindert werden oder durch Schleifen mit feiner Körnung entfernt werden.
Risse und Splitter: Meist durch Austrocknung oder mechanische Beschädigung. Kleine Risse lassen sich mit Teak-Reparaturmasse füllen, größere Schäden erfordern einen Profi.
Lockere Planken: Ein Fall für den Segelbauer oder Tischler. Nicht selbst reparieren, da die Statik des Decks beeinträchtigt sein kann.
Schwarze Flecken: Meist Pilzbefall. Mit Chlorbleiche (verdünnt) oder speziellen Teak-Reinigern behandeln.