Das Rigg ist das Rückgrat des Bootes. Ein Riss in den Wanten, ein gebrochener Bolzen, und aus dem Törn wird ein Notfall. Darum lohnt sich ein gründlicher Check vor der ersten Ausfahrt.

Die Sichtprüfung: Das Auge sieht alles

Jede Wante, Stage und jeder Fallenstrang wird abgetastet und begutachtet. Risse, Knicke, Korrosion an den Presshülsen – all das sind Alarmsignale. Besonders an den Übergängen (Terminals) ist die Bruchgefahr erhöht.

Die Wantenspannung

Zu locker und der Mast beginnt zu arbeiten, zu straff und der Mast bricht. Moderne Masten haben eine Toleranz von wenigen Millimetern. Ein Ravatek oder ein einfaches Wantenmessgerät zeigt dir, ob die Werte im Rahmen liegen. Das Handbuch gibt die Sollwerte vor.

Bolzen und Splinte

Jeder Bolzen am Rigg will geprüft werden. Splinte sitzen fest? Kein Rost? Die Wanten an den Enden (Talurit oder gesplischt) dürfen keine Auflösung zeigen. Einmal durch die Finger ziehen und genau hinschauen.

Der Mast: Von oben bis unten

Am Mast selbst: Fallenführungen, Rollanlage, Kabelkanäle. Die Rollanlage für die Genua ist mechanisch – muss schmieren und leichtgängig sein. Der Mastfuß, wo der Mast in die Süll passt, darf nicht rissig sein.

Die saisonale Besonderheit

Nach dem Winterlager unbedingt alle Schrauben nachziehen. Durch Temperatureinflüsse und Vibrationen lockern sich die Befestigungen. Also: Wanten, Achterstag, Vorstag – alle nachjustieren.

Wann zum Profi?

Wenn du dir unsicher bist: Ein Rigger kommt vorbei und macht eine professionelle Lastmessung. Das kostet zwar, gibt aber Gewissheit. Bei älteren Booten (über 20 Jahre) ist das keine schlechte Idee.

Fazit: Eine Stunde Zeit, ein gutes Auge und etwas Werkzeug. Mehr braucht es nicht, um sicher in die Saison zu starten. Das Rigg hält dicht – wenn du dranbleibst.

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