Korrosion an Bicolorklemmen ist ein häufiges Problem auf Yachten — und kann zu ernsten Schäden führen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt wird. Wer die Ursachen kennt und vorbeugt, hat viele Jahre Freude an seinen Beschlägen.
Was sind Bicolorklemmen?
Bicolorklemmen sind spezielle Klemmen, die zwei Funktionen vereinen — sie klemmen ein Tau und haben eine zweite Funktion (z. B. als Augbolzen). Sie sind auf Yachten weit verbreitet und kommen in verschiedenen Größen und Materialien.
Das Problem: Die meisten Bicolorklemmen bestehen aus zwei verschiedenen Metallen — oft Kupfer und Aluminium. Diese Kombination ist besonders anfällig für Korrosion.
Die galvanische Korrosion — der Hauptfeind
Wenn zwei unterschiedliche Metalle in einem Elektrolyten (Salzwasser) in Kontakt kommen, fließt ein galvanischer Strom. Das unedlere Metall wird dabei aufgelöst.
Die Korrosionsreihe der wichtigsten Metalle:
- Magnesium (unedelstes, löst sich am schnellsten auf)
- Zink
- Aluminium
- Stahl
- Kupfer
- Bronze (am wenigsten anfällig)
Wenn also eine Aluminium-Klemme mit einer Kupfer-Klampe in Kontakt kommt, löst sich das Aluminium auf — auch ohne dass Strom fließt, einfach durch die natürliche galvanische Reaktion.
Die richtige Vorbeugung
Die wichtigste Maßnahme: Die Kontaktstellen zwischen den Metallen elektrisch isolieren. Was du tun kannst:
- Kunststoff-Unterlegscheiben: Zwischen die Metalle legen, unterbricht den Stromfluss
- Schrumpfschlauch: Über die Kontaktstellen ziehen
- Isolierpaste: Spezielle Paste auftragen, schützt vor Feuchtigkeit und Strom
- Opferanoden: Aus Zink oder Magnesium, die sich statt der wertvollen Teile auflösen
Die richtige Isolierung verlängert die Lebensdauer der Beschläge erheblich.
Die Inspektion
Einmal pro Saison die Bicolorklemmen gründlich prüfen. Was dabei wichtig ist:
- Weiße Beläge auf dem Aluminium — Anzeichen für Korrosion
- Lockere oder beschädigte Dichtungen
- Risse im Aluminium
- Korrosion an den Bolzen
- Festigkeit der Klemmung
Bei Verdacht auf Korrosion die Klemme ausbauen und von innen prüfen. Wenn das Aluminium porös geworden ist, muss die Klemme ausgetauscht werden.
Die richtige Pflege
Was regelmäßig zu tun ist:
- Nach jedem Salzwasserkontakt mit Süßwasser abspülen
- Bewegliche Teile mit PTFE-Spray schmieren
- Korrodierte Stellen sofort behandeln
- Dichtungen auf Risse prüfen und ggf. ersetzen
Eine gute Pflege verlängert die Lebensdauer erheblich. Wer die Klemmen vernachlässigt, hat nach wenigen Saisons irreparable Schäden.
Wann die Klemme ersetzt werden muss
Eine Klemme muss ersetzt werden, wenn:
- Das Aluminium sichtbar korrodiert ist
- Die Klemmung nachlässt
- Bolzen oder Dichtungen beschädigt sind
- Die Klemme sich verformt hat
Der Austausch ist einfach: Alte Klemme abschrauben, neue einsetzen, mit den richtigen Dichtungen und Unterlegscheiben montieren.
Die Kosten
Eine neue Bicolorklemme kostet zwischen 20 und 80 Euro pro Stück. Die Investition in hochwertige Klemmen mit guter Isolierung lohnt sich — sie halten länger und verursachen weniger Probleme.
Fazit
Korrosion an Bicolorklemmen ist kein Schicksal — sie lässt sich verhindern. Wer die Grundregeln beachtet (Isolierung, Inspektion, Pflege), hat viele Jahre Freude an seinen Beschlägen.
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Die verschiedenen Klemmenarten
Auf Yachten sind verschiedene Klemmenarten im Einsatz:
- Klemme mit Auge: Zum Spannen von Wanten
- Klemme mit Gabel: Für bewegliche Verbindungen
- Klemme mit Wirbel: Verhindert das Verdrehen der Last
- Schnappklemme: Für schnelles Lösen unter Last
Welche Klemme die richtige ist, hängt vom Verwendungszweck ab. Im Zweifel: Beim Rigger oder im Fachhandel nachfragen.
Die richtige Materialauswahl
Bei der Auswahl neuer Klemmen auf das Material achten:
- AISI 316 Edelstahl: Der Standard für die meisten Anwendungen
- Monel: Für hoch belastete Stellen, sehr korrosionsbeständig
- Bronze: Traditionell, aber schwer und teuer
- Aluminium: Nur für leichte Anwendungen, anfällig für galvanische Korrosion
Wer verschiedene Metalle an Bord kombiniert, muss die Kontaktstellen isolieren.
Die Wartung im Detail
Die Wartung von Bicolorklemmen erfordert etwas Aufwand:
- Monatlich: Sichtprüfung, mit Süßwasser abspülen
- Alle 6 Monate: Bewegliche Teile schmieren
- Jährlich: Klemmen ausbauen, reinigen, Dichtungen prüfen
- Alle 2 Jahre: Isolierung prüfen und ggf. ersetzen
Eine vernachlässigte Klemme kann in einer Nacht versagen — und im schlimmsten Fall eine Want reißen. Wer regelmäßig wartet, hat diese Sorge nicht.
Die richtige Befestigung
Auch bei der Befestigung der Klemmen ist Sorgfalt wichtig:
- Die richtige Schraubengröße verwenden
- AISI 316 Schrauben für Edelstahl-Klemmen
- Die Drehmomentvorgaben einhalten
- Sicherungslack oder Loctite gegen Lösen
Eine falsch montierte Klemme kann sich unter Last lösen — die Folgen sind gefährlich.
Was tun bei Korrosionsschäden?
Wenn die Korrosion bereits fortgeschritten ist, gibt es mehrere Optionen:
- Leichte Korrosion: Mit feinem Schleifpapier und etwas Politur behandeln
- Mittlere Korrosion: Klemme ausbauen, professionell aufarbeiten lassen
- Schwere Korrosion: Klemme komplett ersetzen
Bei schwerer Korrosion ist der Tausch die einzige sichere Option. Eine notdürftig reparierte Klemme kann unter Belastung versagen.
Zusätzliche Tipps aus der Praxis
Was im Alltag zusätzlich hilft: Eine kleine Checkliste vor jedem Törn durchgehen, mit Foto dokumentieren, im Logbuch notieren. So behältst du den Überblick über Wartungsarbeiten und Reparaturen — und kannst im Zweifel dem Versicherer oder der Werkstatt den Pflegezustand belegen.
Außerdem: Tausch von Verschleißteilen im Zweifel lieber früher als später. Wer zu lange wartet, riskiert Folgeschäden, die ein Vielfaches kosten.
Die Dokumentation
Führe ein kleines Logbuch — digital oder handschriftlich. Notiere Datum, was gemacht wurde, welche Teile getauscht wurden. So weißt du in der nächsten Saison genau, was zu tun ist.
Die richtige Vorbereitung
Eine gründliche Vorbereitung ist die halbe Miete. Was du brauchst: das richtige Werkzeug, das passende Material, und vor allem Zeit. Wer unter Zeitdruck arbeitet, macht Fehler — und Fehler bei der Wartung können teuer werden.