Wer auf einem modernen Segelboot unterwegs ist, hat irgendwann einen Chartplotter, einen Windmesser, einen AIS-Empfänger und vielleicht sogar einen Autopiloten an Bord. Das Problem: Lange Zeit sprachen diese Geräte jeweils ihre eigene Sprache — herstellerspezifische Protokolle, proprietäre Datenformate.

NMEA 2000 hat das grundlegend geändert.

Was ist NMEA 2000 eigentlich?

NMEA 2000 ist ein CAN-basierter Datenbus — vereinfacht gesagt: ein einziges Kabel, über das alle kompatiblen Geräte miteinander reden. Jedes Gerät kann Daten senden und empfangen. Der Chartplotter bekommt die GPS-Position vom GPS-Empfänger, der Windmesser liefert Winddaten an den Autopiloten.

Im Gegensatz zum älteren NMEA 0183 arbeitet NMEA 2000 nach dem Bus-Prinzip. Ein Kabel, ein Stecker (Micro-C), ein verteilter Datenstrom.

Warum das für Segler relevant ist

Mit NMEA 2000 steckst du ein neues Gerät einfach in den Bus — und schon erscheinen die Daten auf jedem angeschlossenen Display. Kein separates Kabel verlegen, kein proprietäres Protokoll konfigurieren.

Das gilt für eine wachsende Zahl von Herstellern: B&G, Raymarine, Garmin, Navico — sie alle produzieren NMEA-2000-zertifizierte Geräte.

Alte und neue Geräte verbinden

Die Realität auf den meisten Yachten ist gemischt. Hier kommen Gateways ins Spiel. Ein NMEA-2000-zu-USB-Gateway verbindet den Bus mit einem bordeigenen Raspberry Pi. Darauf läuft ein SignalK-Server — eine Open-Source-Plattform, die alle Datenströme zusammenführt und über WLAN an Tablets oder Smartphones weiterverteilt.

Was du wissen solltest

NMEA 2000 ist ein robuster Standard — aber nicht jede günstige Hardware ist zertifiziert. Prüfe vor dem Kauf, ob das Gerät auf der offiziellen NMEA-Produktliste steht.

Die gängigsten Komponenten für den Bastler: Actisense NGX-1 (USB-Gateway, zertifiziert, ca. 250 EUR), ein Raspberry Pi mit SignalK (ab 40 EUR) oder kompakte Interfaces wie der Yacht Devices YDNU-02.

Fazit

NMEA 2000 hat die Elektronik an Bord deutlich zugänglicher gemacht. Wo früher für jedes neue Gerät eigene Kabel verlegt wurden, genügt heute ein einheitlicher Bus. Wer die Grundlagen versteht, kann sein Bordnetz modular aufbauen.

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