Die Dänische Sydhav – dieses Idyll zwischen den Inseln des dänischen Südens zieht Segler aus aller Welt an. Der Abschnitt von Wyk auf Föhr bis zur Insel Ærø gehört zu den schönsten Revieren Nordeuropas. In diesem Revierguide erfährst du alles Wichtige für deine Törnplanung.
Startpunkt: Wyk auf Föhr
Wyk auf Föhr ist der perfekte Ausgangspunkt für deine Reise in die Dänische Südsee. Der Yachthafen bietet gute Liegemöglichkeiten und eine hervorragende Infrastruktur. Von hier aus führt die Route zunächst durch das Wattenmeer hinaus in die offene See. Beachte unbedingt die Gezeiten: Das Watt ostwärts von Föhr trocknet größtenteils aus, sodass du die Abfahrtszeit sorgfältig planen musst.
Die Überfahrt nach Samsø
Der erste größere Abschnitt führt von Föhr über die offene Nordsee nach Samsø. Diese Strecke beträgt etwa 25 Seemeilen und erfordert bei Westwind ordentlichen Seegang. Die Fahrrinne zwischen Föhr und Rømø ist bei Niedrigwasser teilweise nur eingeschränkt passierbar. Plane daher deinen Törn so, dass du bei ausreichend Wasserstand ablegen kannst.
Samsø selbst ist ein beliebter Anlaufpunkt mit dem hübschen Hafen von Ballen. Hier findest du mehrere Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten und einen geschützten Ankerplatz. Die Insel gilt als Biomusterregion – frische Produkte gibt es direkt vom Bauernhof.
Weiter nach Ærø
Von Samsø aus setzt du Kurs auf Ærø, das Juwel der Dänischen Südsee. Die Überfahrt beträgt rund 15 Seemeilen. Der Hafen von Ærøskøbing – der Hauptort der Insel – beeindruckt mit seinen historischen Gassen und bunten Häusern. Die Marina bietet Platz für Yachten bis etwa 20 Meter Länge.
Praktische Tipps für die Dänische Südsee
- Revierführung: Die Dänische Südsee ist ein großes Schutzgebiet. Beachte die Geschwindigkeitsbegrenzungen und das Nationalparkregelwerk. Viele Gebiete dürfen nicht befahren oder betreten werden.
- Bojenfelder: In der Hochsaison sind die Bojenfelder oft voll. Reserveriere frühzeitig oder-plane Alternativen ein.
- Wetter: Das Wetter kann schnell umschlagen. Die dänische Ostsee ist bekannt für plötzliche Windwechsel. Führe immer aktuelle Wetterberichte mit.
- Navigation: Viele Riffe und Sandbänke verändern ihre Position. Nutze aktuelle Seekarten und den Tiefenmesser als Ergänzung zum GPS.
- Sprache: Mit Englisch kommst du überall gut zurecht. Die Dänen sprechen oft sehr gut Deutsch.
Sehenswürdigkeiten unterwegs
Neben dem Segeln bietet die Region zahlreiche Highlights. Die Steilküste bei Møns Klint im Nordosten ist ein absolutes Muss – zumindest vom Wasser aus. Dieidyllischen Häfen von Rudkøbing auf Langeland und Svendborg laden zu einem kurzen Halt ein. Besonders reizvoll ist die Durchfahrt durch den Kleinen Belt bei gutem Wetter.
Die beste Reisezeit
Die optimale Segelsaison in der Dänischen Südsee erstreckt sich von Mai bis September. Im Juni und August sind die Wasserstraßen am belebtesten. Wer weniger Trubel sucht, ist im Mai oder September besser beraten. Die Temperaturen sind dann angenehm, und die Buchten sind deutlich leerer.
Angelmöglichkeiten
Für Angler ist die Region ein Paradies. In den Gewässern um Ærø und Samsø lassen sich Dorsche, Makrelen und Meerforellen fangen. Ein gültiger angelschein ist erforderlich – diesen erhältst du online oder in den meisten Häfen.
Fazit
Die Dänische Südsee von Wyk bis Ærø ist ein abwechslungsreiches Revier mit traumhaften Ankerbuchten, charmanten Orten und herausfordernden Passagen. Mit guter Planung, aktuellen Karten und Respekt vor dem Meer wird dieser Törn zum unvergesslichen Erlebnis. Die Freundlichkeit der Einheimischen und die atemberaubende Natur machen diesen Teil Dänemarks zu einem Geheimtipp für passionierte Segler.
Hast du Fragen oder eigene Erfahrungen aus der Dänischen Südsee? Schreib sie gerne in die Kommentare!
Die Ansteuerung von Wyk
Wyk auf Föhr ist der westlichste Hafen der Dänischen Südsee und ein beliebter Einstieg ins Revier. Die Ansteuerung führt durch das Wattenmeer mit seinen Prielen und Wattströmen — wer hier ohne ausreichende Tidetabelle unterwegs ist, kann auf Grund laufen.
Die Tidengebung im Wattenmeer ist deutlich stärker als in der offenen Ostsee — bis zu 3,5 Meter Tidengang. Bei Niedrigwasser fallen weite Bereiche trocken. Die Tidetabelle und ein aktueller Wattfahrplan sind Pflicht.
Was du bei der Ansteuerung beachten solltest:
- Das Fahrwasser zwischen den Tonnen folgt den tiefen Prielen
- Bei auflaufendem Wasser ankommen — mehr Tiefe unter dem Kiel
- Die Hafenbehörde über UKW Kanal 11 ansprechen
- Die Liegeplätze im Sportboothafen sind in der Hochsaison knapp
Die Ostseite: Marstal und Aerosköbing
Auf der anderen Seite der Südsee — auf Ærø — liegen die historischen Hafenstädtchen Marstal und Aerosköbing. Beide sind einen Besuch wert:
Marstal: Ein aktives Hafenstädtchen mit langer Seefahrer-Tradition. Der Hafen ist groß genug für viele Yachten, die Versorgung ist gut, und die Preise sind moderat.
Aerosköbing: Das ist das, was die meisten unter einem typisch dänischen Hafen verstehen — verwinkelte Gassen, bunte Häuser, gemütliche Restaurants. Der Hafen selbst ist klein und oft voll. Lieber einen Tag vorher anrufen.
Die kleinen Häfen — die wahren Schätze
Die Dänische Südsee hat viele kleine Häfen, die in keinem Reiseführer stehen. Diese Häfen sind oft die schönsten — wenig Trubel, persönliche Atmosphäre, ehrliche Preise. Einige meiner Favoriten:
- Bagenkop auf Langeland (siehe separater Beitrag)
- Spodsbjerg auf Langeland
- Kalvehave auf Møn
- Gedser im Süden von Falster
Wer diese Häfen ansteuert, hat die Südsee ganz für sich.
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