Jedes Jahr passieren auf unseren Gewässern unnötige Unfälle — oft weil einfache Ausrüstung fehlte oder nicht griffbereit war. Wer auf dem Wasser unterwegs ist, sollte wissen: Sicherheit beginnt mit Vorbereitung. Hier sind die zehn Gegenstände, die auf keinem Segelboot fehlen sollten.

1. Rettungswesten — für alle an Bord

Der Klassiker, aber noch immer die wichtigste Lebensversicherung. Für Kinder gibt es spezielle Westen mit Schlaufe für den Schritt, für Erwachsene sollten es automatische Aufblaswesten mit mindestens 275 N Auftrieb sein. Wichtig: Westen müssen bei jeder Fahrt getragen werden — nicht erst wenn es turbulent wird.

2. Rettungsflöte oder Rettungsring

Ein Rettungsring mit Leine (MOB = Man Overboard) am Heck ist Pflicht. Für längeren Törns empfiehlt sich eine Rettungsflöte mit eigenem Licht und Solas-Reflektoren. Die DIN-Norm 76060 definiert die Mindestanforderungen für den Küstenbereich.

3. Feuerlöscher

Für Boote mit Verbrennungsmotor ist ein Pulverlöscher (2 kg ABC-Pulver) vorgeschrieben. Bei Gasflaschen an Bord gehört ein spezieller Feuerlöscher für Flüssiggas ins Inventar. Kontrolliere den Druck alle zwei Jahre und schüttle das Pulver regelmäßig.

4. Gaswarner

Propangas ist schwerer als Luft und sammelt sich im Bilgenbereich. Ein Gaswarngerät mit Magnetventil-Unterbrechung schaltet bei Leckage automatisch die Gaszufuhr ab. Für unterwegs tut es ein tragbarer Warner mit akustischem Alarm.

5. Radarreflektor

Ein Octagonal-Reflektor am Backstagenzwischenboden oder ein aktiver Radar-Konverter erhöht die Sichtbarkeit gegenüber Sportbooten und Berufsschiffen erheblich. Position und Höhe sind entscheidend — ideally above the boom.

6. Navigationslichter nach Vorschrift

Für den Küstenbereich gilt: Topplicht weiß, Seitenlichter grün/rot, Hecklicht weiß. LED-Navigationslichter mit integriertem Akku sind heute Standard. Prütze die Lights vor jeder Abfahrt auf Funktion.

7. Erste-Hilfe-Kasten

Ein bordeigener Verbandskasten sollte Kompressen, elastische Binden, Desinfektionsmittel, Schmerzmittel, Sonnenschutz und eine Rettungsdecke enthalten. Erweiterte Sets mit Nahtmaterial und Pinzette sind für längere Törns sinnvoll.

8. UKW-Seefunkgerät

Ein fest installiertes Gerät mit DSC-Funktion ist für die Notfallkommunikation unverzichtbar. Kanal 16 ist der internationale Notrufkanal — damit erreichst du die Seenotleitung und alle Schiffe im Umkreis. Mobilgeräte allein reichen nicht aus.

9. Signalflaggen und Leuchtraketen

Notsignale nach SOLAS: Fallschirm-Leuchtraketen (3 Stück, Mindesthaltbarkeit beachten), Handfackeln und Nebelhorn. Diese Ausrüstung ist auf hoher See vorgeschrieben, im Küstenbereich je nach Versicherung dringend empfohlen.

10. Bissanzeiger und Werkzeug für den Notfall

Ein Tauwerk-Schneider (Safety Knife mit Haken) und ein mobiler Anker mit ausreichend Leine gehören zur Notfallausrüstung. Für Dieselmotoren: Reserve-Riemchen, Keilriemen-Spanner und ein Kraftstoff-Additiv gegen Algen im Tank.

Fazit

Sicherheitsausrüstung wird oft als lästige Pflichtübung gesehen — bis der Moment kommt, in dem sie gebraucht wird. Investiere einmal vernünftig und prüfe bei jeder Saison die Funktion. Ein gut ausgerüstetes Boot ist kein Angstboot — es ist ein Boot, auf dem man entspannt segeln kann.

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